Verzeichnisstruktur der Speicherkarte bei Garmin GPS-Geräten

Moderne Garmin GPS-Geräte wie bspw. die Modelle der eTrex- oder Oregon-Reihe können mit einer microSD-Karte erweitert werden. Dieser zusätzliche Speicher kann unter anderem für Karten, Wegpunkte, Tracks, Geocaches usw. benutzt werden. So lassen sich beispielsweise Speicherkarten für verschiedene Länder oder Aktivitäten (Geocachen, Wandern, Mountainbiken, …) vorbereiten und bei Bedarf schnell austauschen.

Gerade Neueinsteigern ist oft nicht klar, in welches Verzeichnis was gehört, oder wie die microSD-Karte vorbereitet werden muss, damit es nachher auf dem Gerät auch problemlos funktioniert. Dies ist nicht schwer und kann mit wenigen Schritten von jedem Anwender durchgeführt werden.

Vorbereitung des Gerätes und der Speicherkarte

Nach dem Kauf der Speicherkarte sollte diese zunächst einmal FAT32 formatiert werden. Dies kann mit Bordmitteln des jeweiligen Betriebssystems (Windows, Mac, Linux) erledigt werden. Idealerweise vergibt man jetzt auch gleich einen passenden Namen für die Speicherkarte.

Legt man die frisch formatierte Speicherkarte anschließend in das Gerät und startet dieses, so erstellt bspw. mein Oregon 650 einen Ordner Garmin auf der Speicherkarte und legt eine Textdatei (ld.txt) mit der Seriennummer des Gerätes ab.

Manuelles Erstellen der Ordnerstruktur

Hat man die Speicherkarte frisch formatiert, empfiehlt es sich, die benötigten Ordner direkt anzulegen. Hierzu benutzt man die nachfolgend aufgeführte Struktur.

\Garmin
    \Adventures
    \BirdsEye    
    \CustomMaps
    \DCIM
    \GeocachePhotos
    \GPX
        \Archive
        \Current
        \Nav
    \SQL

Je nach Gerät und Anwendung benötigt man allerdings nicht alle Ordner, bzw. das Gerät kann z.B. auf Grund einer fehlenden internen Kamera den Ordner DCIM nicht nutzen. In den Einstellungen des Gerätes kann die Speicherung auf der externen Speicherkarte aktiviert werden. Das Gerät legt den benötigten Ordner dann automatisch an.

Was kommt wo hin?

\Garmin ............... (Karten im Format "*.img")
    \Adventures ....... (Adventure-Dateien von Garmin.com)
    \BirdsEye ......... (Satellitenbilder und Rasterkarten)
    \CustomMaps ....... (Rasterkarten (Garmin CustomMaps))
    \DCIM ............. (Aufnahmen der internen Kamera)
    \GeocachePhotos ... (Spoiler-Bilder für Geocaches)
    \GPX .............. (Geocaches, Wegpunkte, Tracks und Routen)
        \Archive ...... (Automatische Archivierung)
        \Current ...... (Aktuelle Aufzeichnung)
        \Nav .......... (Spezielle Navigationsdaten)
    \SQL .............. (Systemdaten)

Hat man alle Daten am richtigen Ort, so muss man nur noch die Speicherkarte ins Gerät legen und einen Neustart ausführen.

Wohin mit GPX-Dateien auf dem Garmin Oregon 6xx?

Vor nicht allzu langer Zeit habe ich mein Garmin Oregon 650 mit neuen Radrouten in Form von Tracks im GPX-Format versorgt. Dies funktioniert recht einfach, in dem man diese Dateien aus dem Internet herunterlädt und dann per Finder in den Ordner Garmin/GPX kopiert.

Ich nutze schon lange LoadMyTracks um gelaufene oder gefahrene Wege (Tracks und Wegpunkte) vom GPS-Gerät auf den Mac zu kopieren. In diesem Zusammenhang habe ich dann LoadMyTracks  aktualisiert und „plötzlich“ trat ein komisches Verhalten auf. Neben den gefahreren Tracks lud LoadMyTracks auch alle von mir aufgeladenen Tracks in eine Datei herunter. Ich war mir sicher, dass dies vorher nicht der Fall gewesen sei. In meinen alten Aufzeichnungen lässt sich jedenfalls keine GPX-Datei finden, die so aufgebaut ist.

Nach kurzer Suche und einem Austausch mit dem Support fand ich die Lösung für dieses Verhalten. LoadMyTracks lädt alle GPX-Dateien aus dem Ordner Garmin/GPX des Gerätes. Das Oregon und andere Modelle von Garmin schreiben in diesen Ordner die aufgezeichneten GPX-Dateien und Wegpunkte.

Selbst erstellte oder heruntergeladene Tracks gehören in den Ordner Garmin/GPX der Speicherkarte. Das Gerät lädt beim Programmstart diese Tracks in den internen Speicher und zeigt sie im Track-Manager an. Sollte einmal ein Track fehlerhaft oder beschädigt sein, so kann man einfach die Speicherkarte entfernen und das Gerät startet trotzdem. Andernfalls hilft nur das Einschicken an Garmin.

Daneben funktioniert der Datentransfer via Kartenleser auf die Speicherkarte deutlich schneller, als die langsame USB-Verbindung. Für Tracks ist das unproblematisch, aber bei Karten hilft ein SD-Kartenleser.